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Alex Capus, Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer
Hanser Verlag, 19,90 €
ISBN: 978-3446243279

In seinem Roman „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer" erzählt Alex Capus, der bereits mit dem Roman einer großen Liebe während des 1. Weltkrieges in Frankreich „Leon und Louise" ein großes Lesepublikum bereichert hat, mit seiner Mischung aus Geschichtsdaten, wahren Begebenheiten und ausufernder Fabulierkunst von drei Helden wider Willen, die sich in der Schweiz in den 20er Jahren auf dem Hauptbahnhof in Zürich hätten treffen können.

Es gab sie tatsächlich: Der Fälscher weist Parallelen auf zur Person Emile Gilliéron (1885 bis 1939), der Kunstmaler war und bei Arbeiten im Auftrag des britischen Griechenlandforschers Artur Evans gern mal etwas schummelte, wenn es um minoische Repliken oder den Handel mit „Originalkopien" ging. Emiles Vater, der auch im Roman als Figur einen großen Stellenwert hat, wurde als Zeichner Heinrich Schliemanns berühmt und verstand es, Artefakte aus Steinhaufen zu hauen und z.B. angeblich den Schatz des Priamos zu heben durch die Rekonstruktion von Bruch- und Fundstücken, der er genial wie er im Geiste und im Handwerk gewesen sein soll, mit großer Freiheit um ganze Formen ergänzte.
Die Spionin ist mit dem wohlklingenden Namen Laura d'Oriano (1911-1943) gesegnet und dem Talent - wie sie anfangs annimmt, bevor sie in einer Gesangsschule in Paris eines Besseren belehrt wird - eine berühmte Sängerin zu werden. Sie nutzt ihre Talente nach dem Scheitern dieser Karriere anders und wird zuerst Hutverkäuferin, dann Kosakensängerin in Kneipen für Seefahrer, wodurch sie nun doch immerhin als Nachtigall von Kiew berühmt und als Spionin letztlich berüchtigt ist.
Der Bombenbauer ist in Wirklichkeit der berühmte Atomphysiker Felix Bloch (1905-1983), der vom bescheidenen und pazifistischen Maschinenbaustudenten und Gullydeckelspezialisten in Zürich nach dem Studium der Astrophysik Heisenbergs Assistent, dann Mitarbeiter an Oppenheimers Atombomben-Projekt in Los Alamos und 1952 sogar Nobelpreisträger für Physik wird.

Mit viel Humor und echtem Interesse für die Lebens-Träume, Ideale und den zum Teil überzogenen Vorstellungen seiner Figuren hat uns der Schweizer Autor wieder einen wunderbaren Roman geschenkt, der sich auch noch vorzüglich gut liest in dieser grauen Jahreszeit und Wärme und Empathie für das Leben dreier beispielhaft tapferer Menschen verleiht.

Dieser Buchtipp stammt von
Janina Thiel

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