90 Jahre Siedlung Wensenbalken in Hamburg-Volksdorf

 Teil 4 - Wensenbalkener Köpfe - Hildegund Bobsien

  Exemplarisches aus dem "WENSENBALKEN-ARCHIV"
  ein Beitrag von Jens Koegel

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WENSENBALKENER KÖPFE

4. Hildegund Bobsien (1921 -2005)

So wie sich ältere Mitbürger noch an Minister Ludwig Erhards Zigarre oder an das karierte Jacket des Conferenciers Peter Frankenfeld erinnern mögen, so mag auch Hildegund Bobsien als „Vorturnerin der Nation" im kollektiven Gedächnis haften geblieben sein.

Am 13. Juli 1945 begann die Rundfunkkarriere der Folkwang-Schülerin und staatlich geprüften Gymnastiklehrerin Hildegund Bobsien beim Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) an der Rothenbaumchaussee. Ihre Sendung „5 Minuten Frühgymnastik mit Hildegund Bobsien" kurz vor 6 bzw 7 Uhr war bald ein fester und populärer Bestandteil des Rundfunkprogramms. Ihre beschwingten Aufforderungen zu körperlicher Beweglichkeit mit Klavieruntermalung sollten 22 Jahre lang über die Ätherwellen erklingen. 1955 sollen bis zu 200 000 Bundesbürger/innen zu ihren Anweisungen geturnt haben. Der Erfolg ihrer Sendung lag nicht zuletzt auch an ihrer ebenso jugendlich-symphatischen wie energischen Stimme. Frau Bobsien hatte zu ihrer Hoch-Zeit eine richtige Fan-Gemeinde, von der die unzähligen Briefe, die sie erhielt und die heute in der „Forschungsstelle zur Geschichte des Rundfunks" archiviert sind, ein beredtes Zeugnis ablegen. So dichtete z.B. eine Verehrerin namens Roswitha zur 500. Sendung der „Frühgymnastik" am 4. Dezember 1948 diese launigen Zeilen:

„5 vor 6 – da ruft mein Wecker
Radio an,oh Donnerwetter!
Da ist ja schon Hildegund
Du meinst Gymnastik ist gesund?
Doch, weißt Du, es ist gar nicht schön
morgens so früh aufzustehn
und dann die Knie und Arme beugen
und den Oberkörper nach vorne neigen..."

Und ein Hörer namens Wilhelm B. aus Bad Rehburg bat brieflich die „Sehr geehrte gnädige Frau" um ein Bild, weil er ihre Stimme so „bezaubernd und kolossal sympathisch" fand.
Nachdem der inzwischen in NDR umbenannte Sender die „Frühgymnastik" im März 1967 eingestellt hatte,arbeitete Frau Bobsien weiter als selbständige Gymnastik-,Tanz- und Ballettlehrerin und betätigte sich journalistsich für bekannte Frauenzeitschriften. Daneben betrieben sie und ihr Mann eifrig den Tennissport, den sie auf dem unmittelbar am Ende ihres Gartens belegenen „Tennisclub Wensenbalken von 1928" ausüben konnten.

Hildegund Bauer, geb. Bobsien, verstarb überraschend am 25. Februar 2005.

(Fotos: Wensenbalken Archiv mit Genehmigung der jeweiligen Rechteinhaber)

Fortsetzung: Wensenbalkener Köpfe - Ascan Klee-Gobert ...

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