90 Jahre Siedlung Wensenbalken in Hamburg-Volksdorf

 Teil 5 - Wensenbalkener Köpfe - Ascan Klee-Gobert

  Exemplarisches aus dem "WENSENBALKEN-ARCHIV"
  ein Beitrag von Jens Koegel

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WENSENBALKENER KÖPFE

5. Ascan Klee-Gobert (1894 -1967)

Der Mann mit dem sonderbaren Vornamen (Ascan = der aus Esche stammt) wurde 1894 in einer groß- und bildungsbürgerlichen hanseatischen Familie geboren. Nach dem Abitur auf dem renommierten Johanneum studierte er Jura an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg, nahm am 1. Weltkrieg als Jagdflieger teil, promovierte danach und arbeitete eigentlich als Versicherungskaufmann im Schifffahrtsbereich. Mit seiner 1.Frau Maria, einer geborenen ungarischen Gräfin Haller von Hallerstein, hatte er 4 Kinder: Ernst-Ascan (gefallen 1944), Boy Christian (1925 – 1986), dem Schauspieler und späteren Intendanten des Thalia-Theaters (1969 – 1980), sowie den Töchtern Silke und Sibylle.

Nach dem 2.Weltkrieg forderte ihn die britische Verwaltung im Januar 1946 auf, den Posten des Kultursenators unter Bürgermeister Petersen zu übernehmen, eine Aufgabe, der er bis zum November 1946 nachkam. Aus dieser Zeit stammt das Gobertsche Bonmots „Der Hamburger hat vor 3 Dingen angst – Zugluft, nasse Füsse und der SPD". Ein Angebot des nachfolgenden Bürgermeisters Max Brauer 1949 wiederum diesen Posten zu übernehmen, lehnte Gobert ab.

Neben seinem eigentlichen Beruf betätigte sich Gobert als Feuilletonist für bekannte Zeitungen (Die Zeit, Frankfurter Zeitung u.a.) und Schriftsteller. Er veröffentlichte mehrere Bücher, so z.B. „Blaue Tage" (1941), "Die schwarze Fähre" (1949) u.a. Von 1951 an übernahm er den Vorsitz im Hauptausschuß der Freiwilligen Selbstkontrolle der deutschen Filmwirtschaft, eine Position, die er bis 1964 innehatte. 1957 erhielt Gobert das Bundesverdienstkreuz.

wensenbalken-22-zeitungDer bereits genannte Soeke Brunckhorst kommentierte Goberts Werdegang in seinem „Rundgesang" mit dem 4-Zeiler:

„Als dann der Krieg zuende war
Kam manches böse Hungerjahr.
Klee-Gobert wurde Senator
Wie kamen wir Siedler uns da vor!"

Denn – Ascan Klee-Gobert war mit Leib und Seele Wensenbalkener und spielte in der Siedlung so etwas wie die Rolle eines „elder statesman" bzw. des „Dorfältesten". Vor seinem Haus fanden z.B. die jährlichen Kinderfeste statt mit Puppenspielen, an denen der sonst eher unauffällige Boy Gobert mit Begeisterung teilnahm, mit Brezelbeißen und der Wahl des Schützenkönigs. Der 1. Schützenkönig war übrigens Goberts ältester Sohn, Ernst Ascan, der – wie sein Vater im 1. Weltkrieg – im 2. Weltkrieg als Jagdflieger teilnahm und 1944 fiel. Sein Name ist noch heute –wie übrigens auch der von 13 anderen Jungen aus Wensenbalkener Familien – im Aufgang seiner alten Schule, dem Walddörfer Gymnasium, in einer Gedenktafel zu finden.

Ascan Klee-Gobert als Mann des Wortes und der Feder verdanken wir eine anschauliche Beschreibung der frühen Verhältnisse in der Siedlung Wensenbalken, die abgedruckt ist in den „Wensenbalken Mitteilungen" vom Dezember 1957, dem Mitteilungsblatt der „Vereinigung der Hausbesitzer von Volksdorf-Wensenbalken", Ausgabe Nr. 2 und die vollständig wiederzugeben wegen ihres seltenen dokumentarischen Wertes lohnt.

 

(Fotos: Wensenbalken Archiv mit Genehmigung der jeweiligen Rechteinhaber)

Fortsetzung: Wensenbalkener Köpfe - Rudolf Roß ...

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